
Pfyn-Kastell
Das spätrömische Kastell Ad Fines
Das Kastell Ad Fines ist Teil der rückwärtigen Befestigungen, die zum Schutze der in spätrömischer Zeit an den Rhein zurückgenommenen Reichsgrenze errichtet worden sind. Aufgrund der Funde ist es in der gleichen Periode errichtet worden wie die Nachbarkastelle Arbor Felix (Arbon); Vitudurum (Oberwinterthur) und Tasgetium (Burg/Stein am Rhein). Aufgefundene Inschriften belegen, dass der Bau der beiden letzteren ins Jahr 294 n.Chr. datiert. Aus Pfyn kennen wir bis heute keine Inschriften aus der Bauzeit, dagegen dürfen wir aufgrund der Münzenreihe annehmen, die mit Prägungen aus der Zeit um 400 n.Chr. endet, dass zu jenem Zeitpunkt keine Truppen mehr hier standen.
Während viele andere römische Wehrbauten jener Zeit (etwa Tasgetium oder Irgenhausen am Pfäffikersee) ohne Rücksicht auf die Topographie in Rechteck- oder Rautenform geplant und gebaut worden sind, hat es in Pfyn eine unregelmässige Form. Die Festungsbauer ummauerten den östlichen Teil eines etwa ein Kilometer langen, drumlinartigen Moränenzuges, der parallel zum Seerücken und der Thurebene verläuft.
Mit einer Fläche von knapp 1,6 Hektar war das Kastell grösser als diejenigen von Arbor Felix (1,0) und Tasgetium (0,5). Über die Truppe, die hier lag, ist nichts bekannt. Immerhin deuten Waffen- und Ausrüstungsfunde darauf hin, dass sowohl Infanteristen als auch Reiter stationiert waren. Gleichzeitig scheint auch eine recht beträchtliche Zahl von Zivilpersonen in Pfyn gelebt und gearbeitet zu haben.
Plan Kastell ![]()
Die Fundmenge ist verglichen mit jener aus anderen Kastellen überaus gross. Der Fundkatalog umfasst 5777 Nummern, darunter sind 748 Münzen. Neben einer relativ bescheidenen Zahl an Militaria und zahlreichen Fragmenten von Glas- und Keramikgefässen fand sich Schmuck aus Glas, Metall und organischem Material. Unter letzteres fallen die zahlreichen Haar- und Gewandnadeln aus Knochen auf, die im Kastellbereich hergestellt wurden. 3D-Bild.
Das Amt für Archäologie hat seit 1976 im Kastellbereich verschiedene grössere Grabungen durchgeführt. Die Ergebnisse wurden 2008 veröffentlicht: Ad Fines - Das spätrömische Kastell, Archäologie im Thurgau 8.1 und 8.2.
Das Museum in der Trotte und das Transitorische Museum in Pfyn sind auch online zu besuchen.





